Science-Fiction-Filmklassiker neu vorgestellt 1: Stanley Kubricks „2001: a space odyssey“.

Dies ist die erste Veröffentlichung einer Reihe, in der verschiedenste Science-Fiction-Filmklassiker vorgestellt werden. Dieses Mal soll es um Stanley Kubricks 2001: a space odyssey gehen, ein Meisterwerk, das von vielen Laien und auch Experten als der beste Science-Fiction-Film aller Zeiten bezeichnet wird. Er baut auf eine Kurzgeschichte namens The sentinel von Arthur C. Clark auf, der auch gemeinsam mit Kubrick das Drehbuch verfasste. Dabei ist die Handlung ebenso komplex wie vielschichtig, sie zu erklären würde wohl ganze Bücher füllen, sie zu interpretieren ganze Bibliotheken.

 

Dennoch sei hier die Frage erlaubt: Um was geht es in dem Werk eigentlich? Die Grundthematik lässt sich glücklicherweise bereits am Titel ablesen. Tatsächlich wird unter anderem a space odyssey, zu Deutsch Eine Odyssee im Weltraum, dargestellt. Der viergliedrige Film behandelt im zweiten, dritten und vierten Teil die Abenteuer von Weltraumreisenden, von Astronauten. Im zweiten Teil steht Doktor Heywood R. Floyd (William Sylvester) im Zentrum des Geschehens, der aufbricht, um auf dem Mond, dem Auftreten einer seltsamen Erscheinung nachzugehen, einem tiefschwarzen Monolithen, der auch im ersten Teil, the dawn of men betitelt, auftaucht und von den Hauptdarstellern, allesamt Affen, umringt und betastet wird. Die dritte Episode findet dann 18 Monate nach der zweiten statt, Protagonisten sind Doktor David Bowman (Keir Dullea), Doktor Frank Poole (Gary Lockwood) sowie Hal 9000 (Stimme: Douglas Rain), der intelligente Bordcomputer. Diese drei Gefährten wurden auf eine Mission zum Jupiter ausgesandt, um weitere Erkundungen rund um die rätselhafte Erscheinung des Monolithen einzuholen. Dieser Teil beinhaltet zudem eine in sich abgeschlossene Geschichte mit der Thematik Mensch gegen Maschine. Der vierte Teil schliesslich dreht sich ebenfalls rund um den geheimnisvollen Monolithen, allerdings nur noch der Figur des David Bowman Raum zur Charakterentfaltung bietend.

Wie sich dem Leser bereits verdeutlicht haben dürfte, fungiert der Monolith als eine Art Scharnier, das sämtliche Teile des Films miteinander verbindet. Er ist aber weit mehr als nur ein Bindeglied, er ist ein Symbol, dessen Bedeutung sich nicht endgültig klären lässt, das aber für vieles stehen kann. Für eine Interpretation des Films führt kein Weg an dieser schwarzen Anomalie vorbei und Interpretationen gibt es wie Sand am Meer, vor allem auch, weil sich Stanley Kubrick selbst stets davor verwahrt hat, eine Bedeutungsanleitung, ein Rezept zur Lesart seines Streifens zu geben. Dennoch bietet er eine Möglichkeit, den Film zu erfahren. Hier sei lediglich ein Ausschnitt aus einem Interview zitiert, das der Regisseure dem Playboy Magazine gegeben hat: „I tried to create a visual experience, one that bypasses verbalized pigeonholing and directly penetrates the subconscious with an emotional and philosophic content.“ Kubrick rückt also das Unbewusste, sprachlich nicht Formulierbare ins Zentrum des Kinobesuchs, appelliert an die Gefühlsebene des menschlichen Daseins. Dies ist ihm deutlich gelungen, sein Film vermag, was viele andere nicht vermögen, er löst Emotionen aus, wirkt teilweise verstörend und berührt auf einer Ebene, von der man gar nicht wusste, dass sie existierte, vor allem aber regt er zum Nachdenken an. Damit erklärt sich auch die Anziehungskraft, welche der Film bis heute besitzt. Ein wesentlicher Punkt dieses Erfolgs ist dabei sicherlich auch die musikalische Gestaltung des Weltraumabenteuers, die von den majestätischen und gewaltigen Klängen eines Richard Strauss bis hin zu den düster ahndungsvollen Kakophonien eines Georg Alexander Ligeti reicht.

 

Zum Schluss lässt sich nur noch einmal konstatieren, dass es sich bei dem hier vorgestellten Film um einen Klassiker handelt, der jedem Cineasten zu empfehlen ist. Dass er es nur auf einen Academy Award gebracht hat, auf denjenigen für die besten Spezialeffekte, gleicht einem Skandal und zeugt davon, dass auch das dahinterstehende Komitee fehlbar ist. Alles in allem bildet 2001:  a space odyssey einen würdigen Auftakt zu der bereits in der Einleitung lancierten Reihe, die unter dem Titel Science-Fiction-Filmklassiker neu vorgestellt versucht, den Leserinnen und Lesern dieses Blogs Geschichten näher zu bringen, die auch heute noch nichts von ihrer Aktualität und Brisanz verloren haben.

 

Erhältlich auf Bluray und DVD.